Saatgut stilvoll verpacken – mein modulares Geschenkbox-System
Vor einigen Wochen habe ich mit einem kleinen, aber ziemlich interessanten Projekt begonnen. Ursprünglich bestand meine Idee darin, eine Geschenkschachtel zu gestalten, um Saatgut hübsch zu verpacken und an Freunde, Familie oder Bekannte zu verschenken. Während des Gestaltungsprozesses ist die Idee jedoch immer weiter gewachsen und deutlich größer geworden als zunächst geplant.
Ganz neu ist das Thema hier allerdings nicht. Wer mir schon länger folgt, weiß, dass es bereits das ein oder andere „Saatgut–Gemüsebeet“-Projekt gab. In einem früheren Beitrag habe ich Euch gezeigt, wie wir ein Gewächshaus aus alten Fenstern mit halbhohen Beeten gebaut haben. Außerdem findet Ihr in meinem Blog verschiedene Geschenkideen rund um Saatgut- etwa eine Flaschenkarte oder eine kostenlose Druckvorlage für Saatguttütchen.
Die Geschenkverpackung
Ursprünglich war lediglich eine einzelne Verpackung geplant – also eine Box für sich. Schnell entstand daraus die Idee, ein Set aus drei Boxen zu entwickeln. Mir war wichtig, dass jede Box für sich allein funktioniert, aber auch im Set stimmig wirkt und sich flexibel kombinieren lässt.
Dieser Gedanke hat mich auch bei der Konstruktion begleitet: Jede Box sollte eigenständig stehen können – nicht nur optisch, sondern auch funktional. Für das 3er-Set hatte ich zusätzlich einen kleinen Schuber im Kopf, der die Boxen zusammenhält und die Idee von einem Geschenkset abrunden sollte. Da alle Boxen die gleiche Größe haben, lassen sie sich beliebig kombinieren – ob Tomate und Paprika, Gurke und Tomate oder alle drei zusammen.

An meinen Prototypen habe ich verschiedene Verschlussvarianten ausprobiert: Stecklasche, Klebelasche, Bändchen mit zwei Löchern, Bändchen mit einem Loch und sogar eine Variante mit Klammer. Jede Lösung hatte ihre Vor- und Nachteile – am Ende habe ich mich einfach nach meinem persönlichen Geschmack entschieden.
Mir persönlich gefällt – wie man unschwer erkennen kann – die Variante mit dem Bändchen und zwei Löchern am besten. Die Entscheidung dafür fiel allerdings recht spontan, weshalb die Klebelaschen im Inneren noch sichtbar sind. Man könnte sie natürlich einfach entfernen, aber manchmal muss man einen Holzweg eben auch konsequent zu Ende gehen. 😀
Schon während der Konstruktion war klar, dass auf meinen Geschenkboxen auch Informationen Platz finden müssen. Für mich machen sie ein Projekt wie dieses erst richtig besonders – und sorgen gleichzeitig dafür, dass es optisch deutlich interessanter wirkt, als eine komplett leere Vorderseite.
Wie so oft hat sich das Ganze dann fast wie von selbst weiterentwickelt: Zuerst ging es nur um die Vorderseite, dann kam die Rückseite dazu, anschließend die Innenseite und am Ende sogar das Saatguttütchen selbst. Naja – warum einfach, wenn es auch maximal aufwendig geht.
Die Etiketten – oder: Well, that escalated quickly
Bei der Gestaltung der Etiketten hatte ich zunächst keine feste Idee im Kopf. Nach einigen Überlegungen kam mir dann der Gedanke, ein Set für Saatgut zu entwickeln, das speziell mit unserem Nordseeklima zurechtkommt.
Hier an der Nordsee, mit kühlem, regenreichem Klima und schwerem Kleiboden, ist der Gemüseanbau nämlich nicht ganz so einfach. Zwar können wir uns mit Hochbeeten, Gewächshäusern oder überdachten Beeten behelfen, dennoch bleibt die Vegetationsperiode eher kurz. Umso wichtiger ist daher die richtige Auswahl des Saatguts.



So entstanden die Etiketten zu ganz unterschiedlichen Themen: kühles und nasses Klima, Saucen und Dips, Cocktailtomaten, Fleischtomaten und einige weitere. Die Idee gefiel mir – und im Laufe des Prozesses habe ich verschiedene Varianten für die Vorderseiten entwickelt.
Einige sollten die Art hervorheben, andere den Geschmack und wieder andere die Reifezeit. Und ja – ein paar kleine Fehler haben sich auch eingeschlichen. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. 😀



Mit der Zeit hat sich aus den Etiketten für Vorder- und Rückseite ein kleines Baukastensystem entwickelt, das sich beliebig erweitern oder reduzieren lässt. In eine Box passen problemlos 5 – 20 unterschiedliche Saatguttütchen (bei Gurken und Kürbissen etwas weniger, da die Samen größer sind).
Da sich auch die Innenseite der Box mit Informationen gestalten lässt, entsteht ein wandelbares System, das ich individuell anpassen kann. Die Hinweise zur Anzucht und Pflege sowie die kleinen Rezeptideen habe ich vor allem umgesetzt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Ganze wirkt – und ich finde, dass es das Gesamtbild schön abrundet.



Übrigens: Die Illustrationen dienen aktuell noch als Platzhalter. Für den Herbst habe ich geplant, die Sorten, die ich regelmäßig verwende, durch eigene Fotos zu ersetzen und diese für meine Saatguttütchen zu nutzen.
Mal sehen, wohin sich das Projekt noch entwickelt – Ideen gibt es auf jeden Fall noch genug.
Liebe Grüße,
Anja



