Ein Gewächshaus aus alten Fenstern

In diesem Jahr wurde mir, von meinem Mann, mein Traum von einem kleinem Gewächshaus erfüllt. Aufgrund des Standorts und der Bodenbeschaffenheit kam ein „Baumarkt Gewächshaus“ nicht in Frage. Es musste ein Gewächshaus mit höheren Beeten her – um überhaupt irgendetwas pflanzen zu können. Durch den Einsatz von Frühbeet Elementen konnten wir diese Idee umsetzen.

Einige dieser Bauabschnitte hatte ich Euch bei Instagram gezeigt. Da das Interesse an dem Aufbau so hoch gewesen ist, gibt es hier nun einen kurzen – oder langen – Baubericht für Euch.



Ein Gewächshaus aus alten Fenstern

Vielleicht hattet Ihr mitbekommen, dass wir vor knapp 2 Jahren umgezogen sind. Mit dabei war ein Grundstück, welches vorher mal ein „richtig schöner Bauerngarten“ gewesen sein soll. Zu sehen war davon allerdings nicht viel. Zwischen Drähten, Betonklötzen, Metallsplittern und Batterien hat sich jede Menge Plastik und Öl im Boden versteckt. Beste Voraussetzungen für einen neuen Garten – nicht wahr? 😉

Im letzten Jahr hatten wir damit begonnen den ganzen Müll ausfindig zu machen, diesen zu entsorgen, Kabel neu zu verlegen, Betonklötze aus der Erde zu ziehen und eine Terrasse mit einem Schuppen zu bauen. Vorrangig ging es uns darum, das Grundstück für unseren Sohn und seine Freunde „bespielbar“ zu machen – ohne sich dabei schwer zu verletzen.

Für dieses Jahr waren dann weitere Projekte, wie z.B. die Zäune und das Gewächshaus sowie weitere Hochbeete geplant. Weil diese Pläne schon seit einigen Monaten standen, war ausreichend Zeit um sich nach den passenden Materialien umzusehen. Hierbei ging es uns nicht um fertige Baukästen Projekte – wie ein gekauftes Gewächshaus oder gekaufte Hochbeete – sondern viel eher darum, dass wir unsere Ideen aus alten und ausrangierten Materialien umsetzen.

Gewächshaus aus alten Fenstern bauen

Per Zufall bin ich, vor einigen Wochen, über einen Post in einer Gruppe auf Facebook gestoßen. Dort wurden diverse Frühbeet Fenster/Elemente aus einer alten Gärtnerei abgegeben. Einige Nachrichten später waren wir auf dem Weg nach Rhauderfehn, wo wir uns 15 dieser Elemente abholen konnten. Vor Ort haben wir dann Erfahren, dass es sich um holländische Fenster (80 x 150 cm) handelt. Eine weitere Besonderheit stellt das Glass dar. Durch seine Beschaffenheit (und seine Beschichtung) soll die Sonne/Wärme besser im Gewächshaus verteilt werden. Zumindest wurde es uns so erklärt, genauere Informationen konnte ich dazu leider nicht finden.

Für das Gewächshaus wurden 13 Frühbeet Elemente eingeplant. Diese sollten auf einen ca. 50cm hohen Sockel um dadurch auf eine Gesamthöhe von ca. 200 cm zu kommen. Der Sockel sollte zugleich als „Beet“ dienen. Zum einen, um etwas Rückenschonender zu arbeiten, zum anderen wegen des schlechten Bodens. Leider ist der Boden, durch die umliegenden Bäume, äußerst verwurzelt.

Abgesehen davon befinden sich an vielen Stellen im Garten, immer noch, diverse Betonklötze die wir (aufgrund der Größe und Tiefe) nicht so einfach entfernen können. Durch das halbhohe Beet kann ich mit guter Erde auf einer angenehmen Höhe arbeiten. Schlussendlich sollte das Gewächshaus mit den Maßen 240 x 180  x 200 cm fertig im Garten stehen.

Bodenvorbereitung & Grundgerüst

Bevor mit dem Aufbau begonnen worden ist, musste der Bereich abgesteckt und die Grasnarbe abgetragen werden. Diese ist direkt in eines der neuen Hochbeete (als eine der unteren Schichten) gewandert. Mit Schnellzement* und L-Pfostenträgen* wurde dann das Grundgerüst aus Konstruktionsholz gebaut. Treuer Begleiter war dabei die Wasserwaage* – ohne die ging tatsächlich gar nichts.

Anschließend wurde der Bereich mit Naturkies* aufgefüllt. Da der Sockel (ursprünglich geplant war er aus Mauersteinen (1), die halten die Wärme besser) aus Holz gebaut worden ist, dient die Kiesschicht als Dränage. Heißt, der Regen kann im Boden versickern ohne dass das Holz dabei im Wasser steht. Dies wiederrum führt dazu, dass das Holz nicht so schnell fault oder verrottetet.

  • bei Mauersteinen wäre allerdings eine andere Bodenvorbereitung vorangegangen. 😀

Nachdem das Grundgerüst fertig gewesen ist, wurde die Umrandung für das Beet integriert. Getreu dem Motto: 2x Rechnen und 1x Sägen wurde hier fleißig gepuzzelt. Das war, mit Abstand, die Arbeit die am meisten Zeit geraubt hat. Die Zeit wollten wir uns aber nehmen, damit am Ende wirklich alles zusammenpasst.

Halbhohes Beet im Gewächshaus integrieren

Das Grundgerüst ist fertig und man kann erahnen, wie das Beet bzw. der Grundriss am Ende aussehen soll. Um den Sockel und die Frühbeet Elemente befestigen zu können mussten noch senkrechte Balken angebracht und befestigt werden. Diese wurden mit vielen (sehr, sehr vielen) Winkeln und Schrauben im Grundgerüst verschraubt.

Stück für Stück wurde dann eine Wand nach der anderen hochgezogen. Zuerst wurden die Bretter für den Sockel (wir haben uns für Douglasie entschieden) angeschraubt. Darauf kamen dann die Frühbeet Elemente, welche mit dem (senkrechten) Kontsruktionsholz (durch die Rahmen) verschraubt worden ist.

Um den bisherigen Aufbau, im höheren Bereich, ausreichend zu stützen, wurden noch Querbalken (in die Decke) eingezogen. Bevor das „Dach“ aufgebracht werden konnte, musste ein Brett im vorderen Bereich angeschraubt werden. Das Brett sorgt dafür, dass ein kleines (!) Gefälle entsteht und das Wasser später ablaufen kann. Auf dieses Brettwurden dann drei Frühbeet Elemente, als Dach, geschraubt.

Anmerkung: Das Glas, welches in diesen Elementen sitzt, ist lediglich durch ein kleines „Brett“ gesichert und sitzt sonst nur in einer Schiene. Damit, bei Regen, kein Wasser zwischen Holz und Scheibe (da kann man das Holz ja nicht behandeln) läuft und dann im Gewächshaus landet, haben wir diese Elemente „ausgespritzt“. Hierfür haben wir, witterungsbeständigen Klebstoff“ (Fix it All – Flexi*) verwendet. Das ist zwar teurer, als normales Acryl, dafür aber wesentlich langlebiger.

Die Neigung, die für das Dach erzeugt worden ist, wurde – von innen – noch mit Brettern verschlossen. So „zieht“ es von dort nicht in das Gewächshaus hinein.

Tür & Co:

Für die Tür wurden die 3 Douglasien Bretter sowie das Frühbeet Element einfach auf zwei Holzbretter geschraubt. Anschließend wurde dieses Konstrukt, mit Scharnieren, am Gewächshaus angebracht. Zum Schluss wurden noch ein Türriegel sowie ein Sturmharken angebracht. Letzteres soll für ein wenig Belüftung sorgen, wenn es zu heiß werden sollte. Zum Schluss haben wir, neben der Tür, noch zwei Verschalungen für Maurerkübel angebracht. Diese standen seit geraumer Zeit in der Gegend herum und haben nun einen festen Platz gefunden.

Nachdem das Gewächshaus fertiggestellt worden ist, wurden die Beete mit einem wasserdurchlässigen Vlies* ausgelegt und mit einem Handtacker befestigt. Anschließend wurde gute Erde eingefüllt und die ersten Pflanzen eingesetzt. Um diese ausreichend zu stützen wurden Spiralstäbe* eingesetzt.

Um die Stäbe ausreichend zu stabilisieren und die Pflanzen im Gewächshaus hin und her „bewegen“ zu können, wurden die Enden auf einen verzinkten Draht* aufgefädelt. Dieses wurde dann, an der Decke des Gewächshauses, befestigt. So ist gewährleistet, dass nichts umkippen kann. Außerdem ist es so möglich, den Draht als Schiene zu benutzen. Sollte es so mal etwas enger werden, kann man den Stab einfach ein wenig zur Seite schieben und bewegt damit die Pflanzen auseinander.

Fazit

Das Gewächshaus steht nun, seit einigen Monaten, in unserem Garten und macht bisher eine gute Arbeit. Die Pflanzen können wachsen, die Arbeitshöhe ist angenehm und der Kies als Dränage in Kombination mit dem Vlies funktioniert hevorragend. Das „Schienensystem“ aus Draht – in Kombination mit den Spiralstäben – funktioniert ebenfalls problemlos.

Das Gewächshaus bekommt nur 2 1/2 Stunden volle Sonne ab und kann die Wärme dennoch gut halten. Da ca. 2/3 des Grundstücks in einem „Wald“ liegen ist der Standort nicht optimal wählbar gewesen. Trotzdem wächst und gedeiht bisher alles prächtig. Die insgesamten Kosten beliefen sich auf knapp 180€. 🙂

Ich hoffe, dass Euch der Baubericht ein wenig hilft.

Viele Grüße,
Anja

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Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Eine ganz tolle Anleitung für ein Gewächshaus!, vielen Dank dafür!
    Ich schaue immer weider sehr gerne hier vorbei.
    LG Paul

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  2. Tolle Idee, alte Fenster in Gewächshäuser umzubauen. Danke für den Austausch darüber. Ich freue mich auf weitere Gartentipps und Upcycling von Ihren Artikeln in der Zukunft.

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