Aufnäher mit reflektierendem Untergrund (SDX1200 & V3)

Aufnäher mit reflektierendem Untergrund – Ich bin mir nicht sicher, ob diese Idee schon einmal jemand hatte, oder ob mir selbst schon einmal so ein Aufnäher in die Hände gefallen ist. Jedenfalls war das mein erster Gedanke, als ich in unserem örtlichen Stoffhandel auf reflektierendes Gewebe gestoßen bin. Dies wurde, damals, als Meterware verkauft und mir kam direkt die Idee, dass man dieses Gewebe in einen Aufnäher mit einarbeiten könnte.

Der ein oder andere wird wissen, dass sich mit der Stickmaschine ganz wundervolle Buttons – oder Aufnäher – herstellen lassen. Warum also nicht den Hintergrund aus einem reflektierenden Material machen? In erster Linie hatte ich zwar an das Gewebe gedacht, allerdings kam mir im Laufe der Zeit noch die Idee, dass man auch reflektierende Bügelfolien benutzen kann. Wie ich das gemacht habe und welche Fehler mir auf dem Weg dorthin passiert sind, darüber möchte ich Euch ein bisschen berichten.




 

Zur Hilfe kam mir bei diesem Projekt der Brother SDX1200. Eigentlich braucht man dafür nicht zwingend einen Schneideplotter, aber die Gelegenheit war günstig und da mir noch ein bisschen Erfahrung im Umgang mit Stoffen und Schneideplottern fehlt, musste diese Chance genutzt werden.

Verwendete Materialien:

  • SDX1200* von Brother (Schneidematte mit Stoffklebefolie + Stoffmesser)
  • Stickmaschine (Stickvlies, Garn, Stickschere etc)
  • Stickdatei (hier: KrabbelKrabbe „Maritime Buttons“)
  • Reflektierendes Gewebe* bzw. Folie (für die Folie zusätzlich ein bisschen Stoff)
  • Bügeleisen
  • Stickfilz

Damit mir das reflektierende Gewebe auf der Schneidematte nicht hin und her rutscht, wurde das Material auf der Schneidematte mit der Stoffklebefolie aufgebracht. Kleine Dellen wurden ausgestrichen, so dass alles möglichst glatt auf der Matte liegt. Bei mir hat die reflektierende Seite nach Oben geschaut.

Anschließend wurde die Stickdatei (PES – Format) per USB – Stick in den Schneideplotter geladen. Hier habe ich mir die entsprechende „Sequenz“ (Folgend die „Datei“ oder das „Element“ genannt) für meinen Hintergrund herausgesucht. Nachdem das passiert ist, wurde dieses Element im Gerät mehrfach dupliziert.

Danach wurde die Schneidematte mit dem Gewebe in den Schneideplotter gelegt. Um zu sehen, ob alles passt, wurde dann per „Scan – Funktion“ die Matte gescannt. So war gut zu erkennen, wie man die Elemente im Gerät anordnen muss, damit alles seinen Platz findet. In meinem Fall musste noch ein bisschen umdisponiert werden.

Die ersten Schnittversuche hatten nicht ganz so gut funktioniert. Das Gewebe wurde z.T. nicht komplett durchgeschnitten und konnte dann nur sehr schwer von dem restlichen Material gelöst werden. Leider ist mir auch das ein oder andere Teil „gerissen“, denn das Gewebe ist schon ein bisschen empfindlich.

Nachdem ich dann aber das Messer gewechselt hatte (von Standard – Messer zu dem Stoffmesser) und ein bisschen die Schnitteinstellungen angepasst hatte, lief es wunderbar. Das Ergebnis war wirklich toll – und wie das dann so ist, irgendwie hatte ich mich dann in Spielerein verloren und habe statt der Kreise (für den Hintergrund meiner Aufnäher) plötzlich Schriftzüge und Schneeflocken ausgeschnitten. 😉

Letztendlich bin ich dann aber wieder bei den Kreisen gelandet, die dann auch Ruck-Zuck ausgeschnitten und „entgittert“ waren. Damit ging es dann, samt USB-Stick (auf dem sich die Stickdateien befinden), zur Stickmaschine. Hier durfte sich dann unser Zwerg ein Motiv von den „Buttons“ aussuchen. An der entsprechenden Stelle wurde dann das reflektierende Gewebe* auf das Stickvlies / Stickfilz gelegt und anschließend eingearbeitet.

*Für diejenigen, die jetzt nicht so richtig wissen, was da genau passiert: Bei „meiner“ Button-Serie ist es so, dass man ein Stück Stoff als „Hintergrund“ in den fertigen Aufnäher einarbeiten kann. Dafür gibt es in der Stickdatei bestimmte Sequenzen, die einem zeigen, wann dieser Zeitpunkt ist und wo dieses Stück Stoff positioniert werden muss. Im Endeffekt ist das also nichts Besonderes, denn ich habe lediglich den Stoff durch das Gewebe getauscht und anschließend die Datei ganz normal weiter gestickt. 😉

Folgend ein paar Bilder von der Verarbeitung mit dem reflektierenden Gewebe:

Fazit zum Gewebe:

Die Verarbeitung hat sehr gut funktioniert – nachdem der Umgang mit dem Material herausgefunden war und man sich darauf einstellen konnte. Sowohl der Schneideplotter als auch die Stickmaschine haben hier eine fantastische Arbeit geleistet. Das Motiv hatte ich bei dem Gewebe mit mittlerer Stickgeschwindigkeit aufgestickt. (Die ist bei mir Standardmäßig eingestellt).

Für eine ausreichende Stabilisierung sollte der Aufnäher aber auf jeden Fall mit einem Stickfilz unterlegt werden. Leider kann ich Euch davon kein Bild zeigen, weil die Festplatte mit den Bildern abgeraucht ist. Aber ich denke, man kann es sich auch so ganz gut vorstellen. 🙂

Später wurde mein Aufnäher noch mit einer Transferklebefolie (das ist eine doppelseitig klebende Folie, die es ermöglicht, den Aufnäher wie ein Bügelbild zu benutzen) aufgebracht. Hierfür wurde das Stickgut mit Backpapier abgedeckt und anschließend die Folie aufgebügelt. Dem Gewebe hat es keinen Schaden zugefügt und es gab auch keinen Verzug o.ä.

Kommen wir zu dem Versuch mit der reflektierenden Bügelfolie:

Der Unterschied zwischen den beiden Materialien ist, dass die Folie wesentlich dünner ist als das Gewebe. Total in die Hose gegangen ist der Versuch, bei dem nur die Folie (ohne Träger) bestickt worden ist. Das ganze „Konstrukt“ ist nach dem herausnehmen aus dem Stickrahmen „in sich zusammen gefallen“. Im Nachhinein ist mir klar, dass es an der fehlenden Stabilität durch einen Stoff oder Stickfilz gelegen hat. Die mittlere Stickgeschwindigkeit war in diesem Fall für das Material zu schnell. So ist dem ersten Krebs leider das Beinchen ausgerissen worden.

Für den zweiten Versuch wurde dann die Folie auf ein Stück Stoff gebügelt und anschließend in den Aufnäher eingearbeitet. Das hat schon wesentlich mehr Stabilität, was man anhand der folgenden Bildern auch sehr gut erkennen kann. Optimal ist der zweite Versuch zwar noch nicht gewesen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der Einsatz von Stickfilz das Ergebnis noch einmal verbessert. Da im ersten Versuch die Stickgeschwindigkeit ein Problem war, hatte ich für diesen Versuch die Geschwindigkeit heruntergestellt. Das hat gut geklappt, alle Beinchen sind noch dran. 😉

Links: Folie wurde auf Stoff gebügelt | Rechts: Nur die Folie wurde bestickt

Mir persönlich hat die Verarbeitung des reflektierenden Gewebes am besten gefallen. Die Haptik sowie die Optik sagen mir voll und ganz zu. Allerdings bin ich mir sicher, dass es noch ein paar Versuche brauchen wird, bis das Ergebnis wirklich richtig gut wird. Heute habe ich nur meine ersten Versuche gezeigt – mal schauen, wie das in ein paar Monaten aussieht und was man dann vielleicht anders machen würde.

Bitte denkt auch daran, dass es sich hierbei nicht um eine Anleitung oder ein Tutorial handelt. 😉

Viele Grüße,
Anja

 

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