Anleitung: Sketch & Cut – Arbeiten mit Linienfarben

„Sketch & Cut“ ist eine besondere Arbeitsweise, mit der wir problemlos – und sehr präzise – Motive mit unserem Schneideplotter aufzeichnen und anschließend ausschneiden lassen können. Hierfür machen wir uns verschiedene Linienfarben zu nutze. Wie genau das funktioniert? Das zeige ich Euch im heutigen Beitrag.



Sinn der Sache ist, dass man den Zeichen sowie den Schnittvorgang, in „einem Durchlauf“ absolvieren kann – OHNE dabei die Schneidematte aus dem Gerät entnehmen zu müssen. Wer schon einmal mit „Print & Cut“ gearbeitet hat, der wird sicher wissen, dass es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten kommen kann, wenn man die Matte aus dem Gerät entnehmen muss. Die Gründe dafür könnt Ihr hier nachlesen.

Um von Anfang an für Verwirrung zu sorgen: In diesem Beitrag arbeite ich mit meinem Cameo 3. Dieser ist, im Gegensatz zu dem Cameo 1+2 sowie dem Portrait 1+2, mit zwei Werkzeughaltern ausgestattet. Dies ermöglicht mir, beide Halterungen (gleichzeitig) mit dem Stifthalter sowie dem Messer zu bestücken. Bei denjenigen, die nur einen Werkzeughalter haben, entfällt (ab Punkt 5) das zuweisen der Werkzeuge. Ihr arbeitet lediglich mit den Linienfarben und den durchzuführenden Aktionen. Übrigens: Das können auch die, die mit zwei Werkzeughaltern arbeiten – ist jedem selbst überlassen, wie er das handhaben mag. 😊

Verwendetes Material

 Anleitung „Sketch & Cut“

(Am Beispiel des Cameo 3 mit 2 Werkzeughaltern)

Schritt 1:  Sucht Euch alle Motive, die Ihr von Eurem Schneideplotter zeichnen lassen wollt, heraus und fügt diese auf einem Arbeitsbereich ein. Danach passt Ihr die Größe sowie die Position an. Achtet darauf, dass zwischen den Motiven ausreichend Platz ist. Wählt anschließend alle Motive aus und färbt die Linien (1) in einer Farbe Eurer Wahl ein. In meinem Fall haben die Linien, die gezeichnet werden sollen, immer die Farbe „Schwarz“.

Anmerkung: Es kommt durchaus vor, dass Motive aus einer Serie unterschiedliche Farbzuweisungen bei den Linien aufweisen. Dadurch entstehen,in der späteren Linienübersicht, verschiedene Sequenzen die zum einen für Verwirrung und zum anderen unnütz sind. Durch das einheitliche einfärben wird dies unterbunden.

Schritt 2: Wählt erneut alle Motive aus und setzt per „Rechtsklick – Offset“ ein Offset um die Motive. Gebt unter „Strecke“ (2) den gewünschten Abstand zu Eurem Motiv ein. Die dadurch entstehenden Linien sind die Schnittlinien für den „Konturschnitt“. Zoomt nun (3) näher heran und wählt die „neuen Linien“ ** aus. Färbt diese in einer weiteren Farbe ein. In meinem Fall haben sie die Farbe „Rot“ bekommen.

** Durch drücken der Shift-Taste können mehrere Linien auf einmal formatiert werden.

Hinweis: Manchmal entstehen, durch die Funktion Offset bzw. durch den Wert, der bei „Strecke“ eingegeben wird, ungewollte „Elemente“ („X“ im folgenden Bild). Da wir lediglich die außenliegende Linie als Konturschnitt (B) benötigen, muss alles andere entfernt werden. Dafür wird als erstes das ursprüngliche Motiv von dem Offset-Wirr-Warr getrennt. Klickt anschließend – mit der rechten Maustaste – auf das „Wirr – Warr“ und geht auf „Verknüpfte Pfade löschen“.

Jetzt können die einzelnen Elemente entfernt und die Kontur genutzt werden. Hierfür wird die Kontur, mittig, über dem Motiv (A) positioniert. Dies könnt Ihr „händisch“ oder über die „Ausrichten“ Funktion tun.

Auf dem oberen Bild habe ich Euch diesen Hinweis noch einmal „anschaulich“ an Oberst Kowalski verdeutlicht. Ich bin mir sicher, dass Ihr Verständnis dafür habt, dass ich die Motive verzerrt habe. Dennoch kann man erkennen, zu welchem Ergebnis man kommen sollte. 😊

Fertig vorbereitet sollte es nun, wie auf dem folgenden Bild, aussehen:

Schritt 3: Die Linien, die vom Schneideplotter gezeichnet (schwarz) sowie geschnitten (rot) werden sollen, sind somit angelegt und eingefärbt. Damit wäre der Grundstein für die nächsten Schritte gelegt.

Wechselt anschließend in das Menü für die Schnitteinstellungen (4) und wählt dort den Unterpunkt „Linien“ (5) aus. Unter (6) findet Ihr nun, die von Euch zugewiesenen Linienfarben, mit den entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten. Unter „Werkzeug – N“ (Keine Ahnung, was da stehen soll. Bei mir ist das immer abgeschnitten :‘D ) wird festgelegt, welcher Werkzeughalter mit welchem Werkzeug bestückt werden soll. Demenstsprechend wird dann, unter „Aktion“ die Aktion (Zeichnen oder Schneiden) zugewiesen.

Beispiel:

  • Alle schwarzen Linien sollen, im ersten Arbeitsschritt, von dem ersten Werkzeughalter (mit dem roten Kreis), aufgezeichnet werden. Standardmäßig ist der erste Werkzeughalter bereits mit dem roten Kreis eingestellt. Deswegen muss von mir nur noch das Material sowie die Aktion (= Zeichnen/Skizze) ausgewählt werden. Unter Punkt 7 kann ich, wie gewohnt, die Feinheiten (Druck/Geschwindigkeit/Durchgänge) einstellen. In den Schneideplotter eingesetzt wird der Universale Stifthalter, Sketch Pens, oder die Singe,- und Foil Quill Stifte/Adapter.
    .
    Alle roten Linien sollen, im zweiten Durchgang (OHNE PAUSE), von dem zweiten Werkzeughalter (mit dem blauen Kreis), ausgeschnitten werden. Hier muss, unter „Werkzeug-N“ der rote Kreis auf „Blau“ umgestellt werden. Anschließend – und das ist wichtig, weil ich das auch immer vergesse :‘D – müssen noch die Einstellungen für den Schnitt (auch unter Punkt 7) gemacht werden. In den Schneideplotter eingesetzt wird dann das normale, automatische, tiefschnitt oder das Premium Messer.

Wenn alles richtig eingestellt worden ist, dann sollte der Schneideplotter jetzt erst alle Motive zeichnen und direkt im Anschluss ausschneiden.

Gut zu wissen!

1. Sollte einer der Durchgänge nicht zufriedenstellend verlaufen sein, so könnt Ihr dieses Segment erneut durchlaufen lassen. Hierfür wird mit den „Häkchen“ (8) gearbeitet. Zuvor könnt Ihr diverse „Korrekturen“ in der Software (wenn z.B. nicht stark genug gezeichnet oder das Papier durchgeschnitten worden ist) oder am Messer vornehmen. Hierfür kann die Schneidematte in dem Gerät bleiben.

So würde es z.B. aussehen, wenn der Schnittvorgang erneut durchlaufen sollen müsste:

2. Die „Pause-Funktion“. Per Rechtsklick (in die Auflistung der Linienfarben) lassen sich Pausen einbauen. In erster Linie ist es für die Plotterianer interessant, die nur Platz für ein Werkzeug (Cameo 1, 2 / Portrait 1,2) haben. Durch die Pause ist es möglich, dass Werkzeug zwischen den einzelnen Durchläufen problemlos zu wechseln. Ansonsten ist es z.B. hilfreich, wenn man mit dem Foil Quill Tool arbeitet. Dank der Pause lässt sich die Folie, vor dem Schnittvorgang, einfach entfernen.

Vielleicht habt Ihr jetzt Lust bekommen, diese Funktion einmal auszuprobieren? Dann berichtet mir doch von euren Versuchen. Übrigens: Auf diese Art und Weise könnt Ihr auch wunderbar mit Falzlinien arbeiten. Eine passende Anleitung dazu findet Ihr hier.

Anja

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Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Anja,
    eigentlich wollte ich schon länger meinen Plotter verkaufen, weil ich echt nur noch wenig damit mache. Aber um diesen Tipp auszuprobieren, würde ich ihn tatsächlich noch mal anschmeißen.
    Liebe Grüße
    Verena

    Antworten

  2. Liebe Anja, das hast du aber alles toll erklärt! Ich habe ja einen Cameo 2… der könnte das also theoretisch auch? Ich arbeite viel zu wenig damit und dadurch fällt es mir immer wieder schwer, mich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich bin begeistert, hier auf einen richtig aktuellen blog zu stoßen, mit so viel Infos, die mir nützlich sein könnten!!! Du hast ja sogar Werbung geschaltet – wo sieht man das noch nach der DSGVGO??? 🙂 Sehr cool.
    LG Astrid

    Antworten

    • Hallo Astrid,
      das solltest du auch mit dem Cameo 2 machen können.
      Du fügst dann, zwischen den Farben, eine Pause ein – um das Werkzeug wechseln zu können. 🙂

      Viele Grüße,
      Anja

      Antworten

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